Gesucht: Engagierte Ehrenamtliche für unbegleitete minderjährige Geflüchtete!

lifeline e.V. unterstützt und begleitet seit 2004 unbegleitete minderjährige Geflüchtete. Die Kinder und Jugendlichen, die ohne ihre Eltern in Deutschland ankommen, sind besonders schutzbedürftig und benötigen Unterstützung. Um den Kinder und Jugendlichen bestmöglich zur Seite zu stehen, sind wir immer auf der Suche nach engagierten Ehrenamtlichen! Wir suchen Menschen, die bereit sind,

  • eine ehrenamtliche Vormundschaft zu übernehmen
  • einen jungen Volljährigen oder eine junge Volljährige im Alltag zu begleiten
  • junge Flüchtlinge im schulischen Bereich zu unterstützen

Alle bei lifeline e.V. ehrenamtlich tätigen haben die Möglichkeit an Fortbildungen und Erfahrungsaustauschen rund um das Thema „Unbegleitete minderjährige Geflüchtete“ teilzunehmen. Außerdem bieten wir eine enge Begleitung durch einen hauptamtlichen Mitarbeiter an, der Ihnen bei Fragen zur Seite steht. Wir freuen uns, wenn Sie Lust haben bei uns mitzuwirken und in Kontakt zu jungen Geflüchteten zu kommen!

Kontakt:
lifeline Vormundschaftsverein im Flüchtlingsrat Schleswig-Holstein e.V.
Sophienblatt 64a, 24114 Kiel, Tel. 0431-2405828, lifeline@frsh.de

Demo 12.06.19: HIERGEBLIEBEN! Gegen Abschiebung, Polizeiallmacht und Rassismus

Datum | Zeit
12.06.2019 | 18:00 – 19:30

Veranstaltungsort
Platz der Matrosen, 24103 Kiel

Am 12. Juni rufen wir gemeinsam mit Jugendliche Ohne Grenzen und vielen weiteren Unterstützer*innen zur Hiergeblieben! Gegen Abschiebung, Polizeiallmacht und Rassismus-Demo gegen die Innenministerkonferenz 2019 in Kiel auf:

#Hiergeblieben Demonstration
Gegen Abschiebung, Polizeiallmacht und Rassismus.

Facebookveranstaltung:
https://www.facebook.com/events/2017095575266700/

In Bund und Ländern werden Gesetze und Maßnahmen vorangetrieben, die den Schutzanspruch von Geflüchteten und das Engagement der mit ihnen solidarischen Bürger*innen in Frage stellen.
Anlässlich der Frühjahrskonferenz der Innenminister des Bundes und der Länder vom 12. bis zum 14.6.2019 in Kiel fordern wir ein angstfreies Leben und Bleiberecht für alle Geflüchteten sowie das Ende der Kriminalisierungsversuche solidarischen Engagements von Bürger*innen!

Durch Abschottung der nationalen und europäischen Grenzen sowie die soziale Isolierung Geflüchteter in Lagern und Abschiebungen u.a. in Kriegs- und Krisengebiete wie Afghanistan und den Irak wollen Innenpolitiker*innen Deutschland vor Schutzsuchenden „schützen“. Mit solcher Politik werden jedoch nur rassistische Stimmungen in der Gesellschaft befördert.
Geflüchtete und nichtweiße Menschen, werden zunehmend Opfer rassistischer Anfeindungen. Sie fühlen sich bedroht und unerwünscht in Deutschland. Rassistische Hetze passiert längst nicht nur in den sogenannten sozialen Medien, sondern auch öffentlich im Alltag. Sie hat auch Einzug in den Bundestag und in Länderparlamente gefunden.
Zu den Diskriminierungserfahrungen kommt bei 180.000 Geduldeten bundesweit – davon sind 50.000 Kinder und Jugendliche – die Angst, gegen ihren Willen zur „freiwilligen“ Rückkehr überredet oder abgeschoben zu werden. Auch gut integrierte Menschen laufen Gefahr, aus ihrem Arbeitsumfeld, einer Ausbildung, aus Schule, Kita und Nachbarschaft gerissen zu werden. Sie werden Gefahren für Leib, Leben und Freiheit im Herkunftsländern ausgesetzt oder erleiden soziale Nöte und Kettenabschiebungsrisiken im Dublin-Vertragsstaat.
Eine solche Hau-ab-Politik wird weder durch die Zahl der Schutzsuchenden, noch die herrschenden demographischen und sozialen Bedarfe auch des Arbeitsmarkts gerechtfertigt.

Wir sagen: Statt Angst zu verbreiten muss der Staat Sicherheit geben!

Während des Asylverfahrens und während der oft jahrelangen Duldung gelten vielerlei bürokratische Hürden. Eine Teilhabe an der Gesellschaft wird erschwert: Erwerbsarbeit und eine Ausbildung unterliegen bürokratischen Hindernissen, die ohne Unterstützung kaum zu überwinden sind, oder sind gleich ganz verboten. Bildungsförderung wird in der Regel nicht gewährt.
Das gilt insbesondere für Geflüchtete, die in Lagern und Sammelunterkünften leben müssen. Die dort geltende soziale Isolierung, handgreifliche Konflikte und Kontrollen machen Betroffene krank. Hier kann nicht gelernt oder gearbeitet, können keine sozialen Kontakte geknüpft und gepflegt werden. Unterstützer*innen haben zu diesen Orten oft nur einen erschwerten Zugang.

Wir sagen: Menschen müssen an der Gesellschaft durch Arbeit und Bildung teilhaben können!

Schon lange wird nach Afghanistan abgeschoben. Internationale Menschenrechtsorganisationen und Medien zählen täglich in Afghanistan die Toten, die Zivilbevölkerung wird in einem Klima ständiger Angst und Attentatsgewalt zermürbt und außer Landes getrieben, Rückkehrer*innen kommen um: Alles tut offenbar nichts zur Sache. Bei der Innenministerkonferenz steht die Ausweitung der Abschiebungen auf der Tagesordnung. Selbst eine Rückkehr nach Syrien und in den Irak halten Innenpolitiker*innen für zumutbar.
Wir sagen: Schäm dich Deutschland!
Europa macht dicht und hat seine humanitären Ziele in libyschen Folterzentren, in informellen französischen Elendscamps, bulgarischen und griechischen Internierungslagern und auf dem Grund des Mittelmeers begraben.
2.297 Geflüchtete fanden 2018 den Tod im Mittelmeer. Flüchtlingen wird das Entkommen aus der Gewalt, Not und Verfolgung in Herkunftsländern und der Folter und Versklavung in den Transitländern versperrt. Anstatt selbst die Rettung zu organisieren, lassen EU-Staaten ihre Polizei und Staatsanwaltschaften gegen zivile Seenothelfer*innen ermitteln und Schiffe beschlagnahmen. Obwohl sich allein in Deutschland bereits mindestens 30 Städte und Kreise zu sicheren Häfen erklärt haben, blockiert das Bundesinnenministerium weiterhin, dass Geflüchtete dort Aufnahme finden können. Das Mittelmeer ist derweil zum Massengrab verkommen.
Auch in Deutschland wird die Justiz in Marsch gesetzt. Neue Polizeigesetze sollen Identitätsfeststellungshaft ohne richterliche Kontrolle ermöglichen. Festsetzung und Freiheitsentzug wegen pauschalen Generalverdachts und rassistische Kontrollen gegen (vermeintlich) Nichtdeutsche drohen Alltag zu werden. Pastor*innen finden sich wegen ihrer Kirchenasyle unter Anklage. Das Bundesinnenministerium bedroht inzwischen auch Flüchtlingsräte mit langjährigen Haftstrafen.

Wir sagen: Nein zu Kriminalisierung von Flucht, Flüchtlingshilfe und Seenotrettung!

Das alles wollen wir nicht hinnehmen. Darum rufen wir anlässlich der Innenministerkonferenz (IMK) für Mittwoch, den 12.06.2019, in Kiel gemeinsam zur Demonstration auf gegen eine Politik, die sich in der Ausgrenzung der Schutzsuchenden und ihrer Unterstützenden genügt.

Wir fordern von den Innenministern des Bundes und der Länder eine Politik ein, die allen Menschen in Deutschland ein Leben frei von Angst, Ausgrenzung, rassistischer Gewalt und Abschiebung gewährleistet.
Flucht ist kein Verbrechen! Kein Menschenleben ist verhandelbar!

WIR FORDERN:
• Bedingungsloses Bleiberecht für alle Geflüchteten!
• Sichere Fluchtwege nach Europa! Schafft sichere Häfen! Unterstützung für kommunale Aufnahmebereitschaft!
• Bildungszugänge für Kinder und Jugendliche unabhängig vom Aufenthaltsstatus!
• Chancengleichheit bei Bildung, Ausbildung und Arbeit!
• Abschaffung ALLER ausgrenzenden Gesetze und Regelungen wie Residenzpflicht, Asylbewerberleistungsgesetz, Lagerunterbringung (z.B. in AnkER-Zentren)!
• Abschaffung der Abschiebehaft!
• Legalisierung von Menschen ohne Papiere!
• Vollständige Umsetzung der UN-Kinderrechtskonvention für Flüchtlingskinder auch in der Praxis!

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Erstunterzeichner*innen

Antidiskriminierungsverband Schleswig-Holstein (advsh) e.V.
AWO Landesverband Schleswig-Holstein e.V.
Der Bundesfachverband unbegleitete minderjährige Flüchtlinge – BumF
Bündnis gegen Rechts Nordfriesland
DGB Kiel Region
Flüchtlinge Willkommen
Flüchtlingsbeauftragte des ev.-luth. Kirchenkreis Lübeck-Lauenburg
Flüchtlingsforum Lübeck e. V.
Flüchtlingshilfe Flensburg
FOERDEreverein Flüchtlingsrat Schleswig-Holstein e. V.
Geschäftsstelle Echte Vielfalt
GRIPS Theater
HAKI e.V.
Humanistische Union Lübeck
Kieler Friedensforum
kulturgrenzenlos e.V.
Die Landesflüchtlingsräte
Flüchtlingsrat Baden-Württemberg e.V.
Bayerischer Flüchtlingsrat
Flüchtlingsrat Berlin e.V.
Flüchtlingsrat Brandenburg
Flüchtlingsrat Bremen
Flüchtlingsrat Hamburg e.V.
Hessischer Flüchtlingsrat
Flüchtlingsrat Mecklenburg–Vorpommern e.V.
Niedersächsischer Flüchtlingsrat e.V.
Flüchtlingsrat NRW e.V.
AK Asyl – Flüchtlingsrat RLP e.V.
Saarländischer Flüchtlingsrat e.V.
Flüchtlingsrat Sachsen-Anhalt e. V.
Sächsischer Flüchtlingsrat e. V. (SFR e. V.)
Flüchtlingsrat Schleswig-Holstein e.V.
Flüchtlingsrat Thüringen e.V.
lifeline e. V.
Motorradclub Kuhle Wampe Kiel
Ökum. Bundesarbeitsgemeinschaft Asyl in der Kirche e.V.
OMAS-GEGEN-RECHTS-KIEL
Der PARITÄTISCHE Schleswig-Holstein
PETZE-Institut für Gewaltprävention
Queer Refugees and Migrants Network Kiel
Refugee Law Clinic Kiel e. V.
Refugee Welcome Flensburg
Refugio Stiftung Schleswig-Holstein
Runder Tisch gegen Rassismus und Faschismus Kiel
Seebrücke Kiel
SJD – Die Falken Schleswig-Holstein
Vereinigung der Verfolgten des Naziregimes – Bund der Antifaschistinnen und Antifaschisten Schleswig-Holstein
ZBBS e. V.
Jugendliche ohne Grenzen

Lifeline hat auch nach 15 Jahren viel zu tun

Erfreut über die Hilfe (v.li.) Werner Mauren (Vorstand Lifeline), Hassan G., Michael Kunkel (PSD Bank), Mike Römer (Louf), Thomas Schöpel (Vorstand Lifeline), Kirsten Heukamp (Lifeline) und Stefanie Röpke (Lifeline).


Kiel. Diese Bilanz ist mehr als erfreulich: In den 15 Jahren seit der Gründung hat Lifeline, der gemeinnützige Vormundschaftsverein im Flüchtlingsrat SH, in und um Kiel rund 500 minderjährigen Flüchtlingen Hilfe vermittelt. Und zwar sehr konkrete Hilfe: Lifeline vermittelt ehrenamtliche Vormünder, die die Heranwachsenden unterstützen. Der Verein berät und begleitet die jungen Menschen auch im Asylverfahren.

Gestern gab es Unterstützung von der PSD Bank in Form einer 5.000-Euro-Spende. „Das Geld ermöglicht es Lifeline, wichtige Informationsveranstaltungen für die Ehrenamtlichen durchzuführen“, teilte der Verein mit. Dabei gehe es um Inhalte wie „Rechte und Pflichten eines Vormunds“, Identitätsklärung und Passbeschaffung“ oder „Grundlagen zum Arbeitsmarktzugang“. Damit sollen Ehrenamtler in die Lage versetzt werden, wirkungsvoll zum Nutzen ihrer minderjährigen Mündel handeln zu können. „Die jungen Geflüchteten sind oft traumatisiert von dem Geschehen in ihrer Heimat und von den Erlebnissen auf der Flucht“, sagt Michael Kunkel, Vorstand der PSD Bank. „Umso mehr bin ich erfreut, dass wir nun mit Geldern des Gewinnsparens einen so wichtigen Einsatz fördern können.“

Dass die Spendenübergabe im Restaurant Louf direkt an der Kiellinie erfolgte, war kein Zufall. Dort wird nämlich Hassan G. seit dem vergangenen Oktober zum Koch ausgebildet. Hassan kam Anfang 2015 aus Afghanistan nach Deutschland. „Ich komme aus einer Provinz, die von Deutschland als sicher angesehen wird. Mein Vater und mein Onkel wurden aber dort von den Taliban umgebracht, ich selber wurde auch bedroht.“ Hassan hat viel Hilfe durch Lifeline erhalten und gibt nun sein Wissen über Deutschland an andere Flüchtlinge weiter. „Für mich ist Deutschland ein Land mit Möglichkeiten, die es in Afghanistan nicht gibt: dass man sagen kann, was man will, dass man Respekt vor anderen hat, dass Gesetze eingehalten werden und nicht Willkür herrscht.“ Hier gebe es strenge, „aber ehrliche“ Behörden statt Korruption, „Frauen und Männer haben dieselben Rechte“, lobt Hassan.

Lifeline-Mitarbeiterin Stefanie Röpke bedauert jedoch, dass nicht alle Behörden in Deutschland die Bemühungen um Integration unterstützen. „Ich stelle in unseren Beratungsgesprächen immer häufiger fest, dass vorhandene Ermessensspielräume zum Nachteil der Geflüchteten angewandt werden.“

Quelle: Kieler Nachrichten, 3.4.19
Foto: Kieler Nachrichten

Arbeitsmarktzugang für geflohene Menschen

Grundlagen des Arbeitsmarktzugangs für zu uns geflohene Menschen ist das Thema der Fortbildungsveranstaltung bei lifeline e.V., Sophienblatt 64a, 4. Stock, 24114 Kiel, am 6. März 2019 von 16 bis 18 Uhr zu dem wir Sie und Euch herzlich einladen.

In dem Seminar wird Catharina Nies einen Überblick über die Zugänge zu Einstiegsqualifizierung, Ausbildung, Ausbildungsförderung und Beschäftigung je nach Aufenthaltsstatus geben. Sie erfahren, welche Behörden zuständig sind und welche Vorbedingungen zu erfüllen sind.

Catharina Nies arbeitet als Fachreferentin im Büro des Landeszuwanderungsbeauftragten und war u.a. zuvor bei der IHK Flensburg zuständig für den Themenbereich Arbeitsmarktintegration, baute das Ausbildungsprogramm „Festmachen auf Sylt“ auf und leitete in Süddeutschland einen Jugendmigrationsdienst.

Anmeldungen bitte im lifeline Büro unter : 0431-240 58 28 oder per E-Mail unter lifeline@frsh.de

Aktuelle Stellungnahme zum geänderten Gesetzentwurf über den Vollzug der Abschiebungshaft in Schleswig-Holstein

Der lifeline Vormundschaftsverein spricht sich grundsätzlich gegen die Inhaftierung von unbegleiteten minderjährigen Geflüchteten zum Zwecke der Beendigung des Aufenthalts in Deutschland bzw. Durchsetzung der Ausreisepflicht aus. Die vollständige Stellungnahme von lifeline kann hier gelesen und runtergeladen werden.

Exportweltmeister Europa

Die europäische Migrations- und Wirtschaftspolitik steht vor großen Herausforderungen: Während Europa die Zuwanderung durch eine Verlagerung des Grenzschutzes immer stärker einschränkt, werden in zahlreichen Herkunftsländern die wirtschaftlichen, sozialen und ökologischen Lebensgrundlagen gefährdet oder zerstört und damit reihenweise Gründe geschaffen, Perspektiven an anderen Orten zu suchen. Mit einem Film möchten wir auf diese Thematik aufmerksam machen und zum Gespräch mit Fachreferenten einladen. Der Eintritt für die Veranstaltungen ist frei.

Film: Life Saaraba Illegal
im Gespräch mit Francisco Mari,
Referent für Welternährung, Brot für die Welt

Montag, 28.1.2019, 19 Uhr, Hörsaal, RBZ Wirtschaft, Westring 444, Kiel
Dienstag, 29.1.2019, 19 Uhr, KDW Neumünster, Waschpohl 20, Neumünster

Anmeldung bis zum zum 24.1.2019:
Kirsten Lemke, 04331 593 412, lemke@diakonie-sh.de

Weitere Infos im zu dem Film gibt es hier.

UMF in AnKER-Zentren

Der lifeline Vormundschaftsverein spricht sich gegen die von Innenminister Seehofer geplante Unterbringung von unbegleiteten minderjährigen Geflüchteten in AnKER-Zentren aus. Eine ausführliche Stellungnahme dazu finden Sie hier.