Anker werfen!

Projekt Anker werfen! – Junge Geflüchtete finden ihren Platz

Im Projekt “Anker werfen!” betrachten junge Geflüchtete (16-25 Jahre) ihr bisheriges Leben ganzheitlich, d.h. nicht nur ihre Fluchtgeschichte. Sie erkennen durch Selbstreflexion anhand ihrer eigenen Biografie und der Beschäftigung mit Fremdbiografien in der Gruppe mit anderen jungen Geflüchteten, die bei sich vorhandenen Ressourcen und Handlungsmöglichkeiten. Diese können sie nutzen, um ihren zukünftigen Lebensweg im derzeit noch neuen Lebensraum nach eigenen Vorstellungen aktiv zu gestalten.

Im Vertrauen auf das eigene Können und auf das Recht auf gesellschaftliche Teilhabe und Mitbestimmung kann es gelingen, sich aus der teilweise stark empfundenen Benachteiligungssituation herauszuarbeiten und den eigenen Platz in der Gesellschaft zu finden.

Das Projekt bietet jungen Geflüchteten

  • Workshops zur Biographiearbeit
  • Individuelle Biographiearbeit
  • Workshops für Coaches als MittlerInnen
  • Interessenbezogene Gruppenaktivitäten
  • Begleitung und Unterstützung von ressourcenorientierten Projekten mit Kooperationspartnern

Den eigenen Standort finden

Die jungen Geflüchteten sollen in ihrer derzeitigen Lebenssituation ganz bewusst ihren eigenen Standort finden und von hier aus ihre zukünftige Lebensperspektive entwickeln. Jede Biografie setzt sich zusammen aus erlebten Ereignissen, die das Denken, Fühlen und Handeln des Menschen komplex beeinflussen und die gegenwärtigen und zukünftigen Entscheidungen wesentlich mitbestimmen .

Erschließung konkreter Handlungsräume für gesellschaftliche Teilhabe

Die jungen Geflüchteten sollen versuchen sich mit gegenseitiger Unterstützung in der Gruppe und durch die ProjektmitarbeiterInnen ganz konkret Handlungsräume für gesellschaftliche Teilhabe zu erschließen. Je nach Neigung erproben sie, sich in politische, soziale oder kulturelle Handlungsfelder wie Musik, Theater, Kunst, Fotografie, Medienarbeit o.ä. einzubringen, in Sportvereinen oder Natur- und Umweltschutz aktiv zu werden, untereinander Netzwerke zur gegenseitigen Unterstützung aufzubauen, sich ehrenamtlich z.B. in der Flüchtlingsarbeit, Altenpflege oder bei der Feuerwehr o.ä. Institutionen zu engagieren.

Netzwerkarbeit

Im Rahmen dieses Projektes intensiviert lifeline die Mitarbeit im Netzwerk der Organisationen, die jungen Geflüchteten die Möglichkeit bieten, sich sportlich, künstlerisch, sozial, politisch und ehrenamtlich in die Gesellschaft einzubringen. Wir schauen gemeinsam zurück, um zu lernen, wie wir mit Kraft und Wissen hier zusammen nach vorne kommen – in eine gute Zukunft.

Link zum Projektflyer (pdf)
Link zum Flyer für Jugendliche (pdf)

AnsprechpartnerInnen bei Anker werfen!:
Beate Ahr
Marianne Kröger
Gerd Mueller von der Haegen
Tel. 0431-2405828
lifeline@frsh.de

Zwischenbericht März 2019 (Klick)

2018 konnten mit den Projektveranstaltungen (Biografiearbeit in Workshops und
Einzelgesprächen, Ausflüge und Kennenlernen von Orten und Organisationen, wo die
Projektteilnehmer*innen aktiv werden können) mehr als 50 Jugendliche erreicht werden.
Die Jugendlichen bestimmen zunehmend die Inhalte des Projektes selbst, etwa 20 engagieren sich kontinuierlich im Projekt. Wegen der Anforderungen von Schule,
Ausbildung und Alltagsorganisation ist die Zeit für die meisten Teilnehmer*innen jedoch
begrenzt.

Arbeitsgruppen

Politik-Interessierte haben sich in einer Politik-AG zusammen getan, die aktiv in
Gesprächen mit dem Flüchtlingsbeauftragten des Landes Schleswig-Holstein, dem
Flüchtlingsrat und Politiker*innen der Landtagsparteien ihre Interessen vertreten.
Sie wollen ein positives Bild von jungen Geflüchteten in den Medien durch eigene
Veröffentlichungen, Medienkampagnen u.a. geben. Zwei von ihnen sind inzwischen
parteipolitisch aktiv. In der Sport-AG organisieren Projektcoaches die Teilnahme an
Fußballturnieren weitgehend eigenständig. Eine Kunst-AG, eine Medien-AG und eine
Umwelt-/Natur-AG können – bei entsprechendem Interesse – dieses Jahr das Angebot ergänzen.

Aktivitäten

Bei vielen Ausflügen, z.B. Besuch der NordArt dem Offenen Kanal Kiel, Bouldern, Kinobesuch,
Nähworkshop, Schreibwerkstatt, Ausflug nach Hamburg und an die Westküste etc. lernten
die Jugendlichen neue Orte und Möglichkeiten sowie ihre eigenen Stärken kennen. Feed-
Back der Workshop-Teilnehmer*innen:

➢ “Früher wusste ich nicht was Teilhabe bedeutet.
Jetzt weiß ich, was Teilhabe bedeutet. Das macht mich stärker.”
➢ “Nach dem ersten Workshop: Kopf frei, wie nach Sport.
Ich möchte Leuten helfen, es ist ein gutes Projekt”
➢ „Spaß gemacht, richtig gut. Man kann eine Idee geben. Das finde ich gut.“
➢ „Alles gut, glücklich. Es gefällt mir. Interessant.“
➢ „Man kann gut die Sprache verbessern.“ „Ich finde gut, dass viel Deutsch gesprochen wird.“
➢ „Ich finde das Projekt gut und finde es gut, dass es nach Interesse geht
und viele Dinge möglich sind.“

Lernwerkstatt bei Anker werfen!

Vor kurzem wurde eine Hausaufgabenhilfe mit offener Gruppe von Anker Werfen! –
Teilnehmer*innen im Rahmen des Projekts gestartet. Diese findet vorerst 2x wöchentlich
zwei Stunden lang statt. Dieses kleine Projekt im Projekt wurde auf Wunsch und
Nachfrage von Teilnehmer*innen eingerichtet. Dabei steht jedes Mal eine Begleitperson
den jungen Teilnehmer*innen zur Verfügung, wenn sie Fragen zu ihren Aufgaben haben.
Im Aufbau ist eine Unterstützung zur Vorbereitung auf Klassenarbeiten und Prüfungen.
Diese beiden Vorhaben befinden sich in der Pilotphase.

Außerdem soll demnächst ein Computerkurs über einen längeren Zeitraum starten, der
von einem Anker werfen! -Coach, der selbst früher als Minderjähriger nach Schleswig-
Holstein gekommen ist, geleitet und durchgeführt wird.
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Förderer des Projekts Anker werfen! sind Aktion Mensch und terre des hommes.

 

 

 

 

Unterstützt wird Anker werfen! von der Software AG-Stiftung.