*
Slideshow


topmenue
  • Startseite
  • über uns
  • Kontakt
  • Impressum
Menu

Unbegleitete minderjährige Flüchtlinge

Immer wieder gelangen Kinderflüchtlinge ohne Eltern oder Erziehungsberechtigte nach Deutschland. Man nimmt an, dass etwa 5 % aller Asylsuchenden in Westeuropa unbegleitete minderjährige Flüchtlinge sind. Laut einem Bericht des Programms „Separated Children in Europe“ halten sich rund 50.000 unbegleitete Kinder und Jugendliche in Europa auf.

Woher kommen sie und wie alt sind sie?

Sie kommen aus den Krisengebieten unserer Welt, z.B. aus Afghanistan, Somalia, Irak, Iran, Syrien, den Balkanstaaten, zu uns nach Schleswig-Holstein. Die meisten sind Jungen im Alter von 15 bis 18 Jahren.

Warum kommen sie?

Die Minderjährigen haben ihre Familien aus einer bedrohlichen Zwangslage heraus verlassen. Sie suchen Schutz vor Krieg oder Bürgerkrieg, vor Menschenrechtsverletzungen, wie z.B. Geiselnahme als eine von vielen politischen Repressionen gegen ihre Eltern.

Andere flüchten allein, weil sie ihre Eltern im Herkunftsland oder während eines lang andauernden Fluchtweges der Familie über mehrere Stationen verloren haben.

Einige kommen auch ohne eigenen Entschluss, sondern auf Beschluss der Familie nach Deutschland und zwar in deren guten Glauben, dass ihre Kinder hier eine Zuflucht und eine Zukunft finden.

Die Jugendlichen selber haben ihr Herkunftsland meistens mit ungeklärter Perspektive für ihr Leben verlassen. Viele kennen bisher nur Armut und Angst. Schulen konnten oft nur kurz oder unregelmäßig besucht werden, häufig wurden sie aus Kriegsgründen geschlossen. Manche dieser Jugendlichen lebten zeitweise auf der Straße, einige waren Kindersoldaten.

Wie geht es ihnen bei uns?

Oft sind sie auch hier bei uns völlig unzureichenden Lebensbedingungen ausgesetzt. Zunehmend werden Minderjährige Opfer von Menschenhandel, sexueller Ausbeutung oder einer anderen Form von Ausbeutung.

Welche Rechte haben sie?

Alle diese Kinder und Jugendlichen haben aufgrund einer Vielzahl internationaler Abkommen und nationaler Rechtsvorschriften Anspruch auf besondere Schutzmaßnahmen, die ihnen aber in vielen europäischen Staaten, auch in Deutschland, nicht immer ausreichend gewährt werden.

Nach § 42 des Sozialgesetzbuches (VIII) müssen alle unbegleiteten Flüchtlinge unter 18 Jahre vom Jugendamt in Obhut genommen werden, um zu klären, welche Schutzmaßnahmen sie benötigen.

Wieviele werden in Schleswig-Holstein in Obhut genommen?

Nach den Statistiken der Kinder- und Jugendhilfe des Statistischen Bundesamtes wurden in den letzten Jahren in Schleswig-Holstein in Obhut genommen:

  • 2009: 387 unbegleitete minderjährige Flüchtlinge
  • 2010: 321 unbegleitete minderjährige Flüchtlinge
  • 2011: 453 unbegleitete minderjährige Flüchtlinge 

Was brauchen sie?

Kinder und Jugendliche sind allein nicht in der Lage, das Erlebte zu begreifen und zu verarbeiten. Sie brauchen besonderen Schutz, eine geeignete Hilfe und Betreuung sowie das Gefühl, willkommen zu sein und angenommen zu werden. Sie brauchen Menschen, die zu ihnen stehen und ihre Interessen vertreten. Erst dann haben sie tatsächlich eine Chance auf eine positive Entwicklung und Zukunft.

Eine der wichtigsten Schutzmaßnahmen für unbegleitete minderjährige Flüchtlinge ist deshalb die Bestellung von Vormündern.

Weitere Informationen über die Inobhutnahme und Vormundschaften finden Sie hier: Vormundschaftsseite

Benutzername:
User-Login
Ihr E-Mail